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Hiringprozess im Marketing – warum alte Recruiting-Methoden nicht mehr funktionieren und Unternehmen ihren Prozess radikal modernisieren müssen
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Unternehmen ich in den letzten Jahren begleitet habe, die genau dasselbe Problem hatten: Sie wollten Marketingrollen besetzen, fanden aber niemanden, der wirklich passte. Entweder kamen kaum Bewerbungen, die Bewerber passten fachlich nicht, oder die richtigen Kandidaten waren bereits selbstständig und nicht bereit für ein klassisches 9-to-5 Anstellungsverhältnis.
Und jedes Mal stellte sich dieselbe Frage:
Liegt es daran, dass „keiner mehr arbeiten will“ – oder liegt es daran, dass der Hiringprozess im Marketing völlig veraltet ist?
Nach 15 Jahren im Marketing und dutzenden Einstellungsprozessen kann ich sagen:
Das Problem ist nicht der Fachkräftemangel.
Das Problem ist die Art, wie viele Firmen immer noch versuchen, Marketingrollen zu besetzen.
Warum der klassische Hiringprozess im Marketing nicht mehr funktioniert
Der Arbeitsmarkt hat sich komplett verändert – schneller, als viele Arbeitgeber es wahrhaben wollen. Die Anforderungen an Marketingteams sind gestiegen, Spezialisierungen nehmen zu und gleichzeitig wächst der Wunsch vieler Fachkräfte nach Flexibilität, Autonomie und sinnstiftender Arbeit.
Drei zentrale Gründe sorgen dafür, dass der traditionelle Hiringprozess im Marketing scheitert:
1. Fachkräftemangel ist real – aber im Marketing anders als gedacht
Es gibt nicht zu wenige Fachkräfte.
Es gibt zu wenige Fachkräfte, die:
- strategisch denken können
- technische Tools beherrschen
- Performance-Marketing verstehen
- Content-Erstellung auf hohem Niveau beherrschen
- datengetrieben arbeiten
- UX und Marke zusammenbringen
- remote arbeiten können
- Ownership übernehmen wollen
Marketing ist heute eine der am schnellsten wachsenden und komplexesten Disziplinen überhaupt.
Gute Leute sind rar und extrem gefragt.
Sie bewerben sich nicht aktiv.
Sie lassen sich finden – oder durch starkes Employer Branding überzeugen.
2. Viele Expertinnen und Experten arbeiten heute selbstständig
Das klassische Bewerberprofil existiert nicht mehr.
Ich sehe in meinem Netzwerk:
- Performance Marketer, die nur noch projektweise arbeiten
- SEO-Manager, die mehrere Kunden parallel betreuen
- Content-Strategen, die als Freelancer 120.000 € Jahresumsatz machen
Brand-Experten, die sich bewusst gegen Festanstellung entscheiden
Warum?
Weil Selbstständigkeit Freiheit bietet:
- frei wählbare Projekte
- höhere Vergütung
- flexible Arbeitszeit
- remote Work
- bessere Work-Life-Balance
- mehr Ownership
Unternehmen müssen akzeptieren:
Die besten Marketingexperten wollen keine Festanstellung – sie wollen gute Arbeit.
Ein moderner Hiringprozess im Marketing muss das berücksichtigen.
3. Stellenausschreibungen sind zu generisch – und schrecken Talente eher ab
Ich lese Stellenausschreibungen wie:
- „Wir suchen einen Allrounder“
- „Du bist kreativ, belastbar, teamfähig“
- „Du bist Profi in SEO, Performance, Social, Copywriting und Analyse“
Ein guter Marketingprofi erkennt sofort:
Dieses Unternehmen weiß nicht, was es braucht.
Wenn eine Rolle nicht klar ist, kann kein guter Experte erkennen, ob er passt.
Das erzeugt Unsicherheit.
Unsicherheit erzeugt Absprung.
Der Hiringprozess im Marketing scheitert oft nicht an den Bewerbern –
sondern am fehlenden Fokus.
Was Unternehmen heute bieten müssen, um starke Marketingkandidaten zu gewinnen
Die große Frage lautet:
Was erwarten Marketingfachkräfte eigentlich von Arbeitgebern?
Wenn ich mit Talenten spreche, höre ich immer dieselben Punkte:
1. Flexibilität ist kein Benefit mehr – es ist Standard
Remote-first ist im Marketing längst normal.
Die besten Leute erwarten:
- Homeoffice
- flexible Arbeitszeiten
- projektbasiertes Arbeiten
- Vertrauen statt Kontrolle
- asynchrone Prozesse
Ein Hiringprozess im Marketing, der Präsenzpflicht verlangt, verliert automatisch 70–80 % der Top-Talente.
2. Klare Rollen – keine Mischmasch-Positionsprofile
Marketing ist heute so spezialisiert, dass Allrounder selten die beste Lösung sind.
Kandidaten springen an, wenn sie sehen:
- klare Verantwortlichkeiten
- realistische Erwartungen
- definierte KPIs
- klaren Rahmen für Experimente
Was sie abschreckt:
- „Du machst SEO, Ads, Social, Content, CRM und Design“
- „Du baust uns eine Marke und setzt nebenbei 30 Kampagnen auf“
Ein guter Hiringprozess im Marketing zeigt Fokus – kein Chaos.
3. Moderne Tools und Workflows
Marketingprofis wollen skalieren, nicht kämpfen.
Sie erwarten:
- moderne MarTech-Stacks
- ordentliche Tracking-Infrastruktur
- klare Prozesse
- Budgetverantwortung
- professionelle Zusammenarbeit zwischen Marketing & Sales
Ein Unternehmen, das 2025 noch ohne automatisiertes Reporting arbeitet, ist für viele Top-Marketer unattraktiv.
4. Raum für Kreativität und Ownership
Gute Marketer wollen gestalten, nicht verwalten.
Der Hiringprozess im Marketing sollte vermitteln:
- kreative Freiheit
- Experimentiermöglichkeiten
- Verantwortung für Ergebnisse
- Beteiligung an strategischen Entscheidungen
Nichts schreckt Kandidaten so sehr ab wie ein Chef, der „Marketing“ nur als „bisschen Werbung machen“ versteht.
Wie ein moderner Hiringprozess im Marketing aussehen sollte
Jetzt wird es konkret.
So gestalte ich heute Prozesse, die funktionieren – sowohl für Unternehmen als auch für Kandidaten.
Schritt 1: Rolle definieren – bevor man sucht
Der größte Fehler: sofort posten, bevor man weiß, was man sucht.
Zuerst muss klar sein:
- Was ist das Ziel der Position?
- Welche KPIs werden erwartet?
- Welche Fähigkeiten sind wirklich notwendig?
- Welche Aufgaben gehören NICHT zur Rolle?
- Wie groß ist der Entscheidungsspielraum?
Gute Marketer wollen Klarheit – nicht Wunschlisten.
Schritt 2: Das Arbeitgeberversprechen schärfen
Marketing-Kandidaten bewerben sich nicht wegen Geld.
Sie bewerben sich wegen:
- Teamkultur
- Führung
- Freiheit
- Vision
- sinnvollen Aufgaben
Ein moderner Hiringprozess im Marketing wird dann erfolgreich, wenn Unternehmen klar kommunizieren:
- warum diese Rolle wichtig ist
- welchen Einfluss der Mitarbeiter hat
- wie das Unternehmen denkt
Top-Talente wollen ein Umfeld, das sie inspiriert, nicht eins, das sie verwaltet.
Schritt 3: Stellenausschreibung als Marketingtext – nicht als Pflichttext
Die Ausschreibung muss:
- persönlich klingen
- Fokus zeigen
- Vision vermitteln
- Wertschätzung ausdrücken
- menschlich wirken
- Es ist Werbung – nicht Verwaltung.
Schritt 4: Unternehmen müssen sich heute selbst pitchen
Das Bewusstsein hat sich umgedreht:
Früher:
„Warum sollten wir dich einstellen?“
Heute:
„Warum sollte ich bei euch arbeiten?“
Im Hiringprozess im Marketing muss daher eine klare Pitch-Phase existieren:
- Kultur
- Werte
- Projekte
- Führung
- Lernmöglichkeiten
Ein guter Kandidat entscheidet emotional, ob das Unternehmen passt.
Schritt 5: Schnelle, transparente Kommunikation
Die besten Kandidaten haben oft mehrere Optionen.
Was sie hassen:
- lange Pausen
- Absagen ohne Begründung
- unklare Prozesse
Der Hiringprozess im Marketing muss strukturiert sein:
- klare Timelines
- klarer Ansprechpartner
- schneller Austausch
Schritt 6: Technische & strategische Prüfung
Nicht durch Tests, die 5 Stunden dauern.
Sondern durch:
- kurze Cases
- Analyse von echten Marketingproblemen
- Diskussionen über Strategie
- gemeinsames Nachdenken
Ziel ist nicht, den Kandidaten zu „prüfen“.
Ziel ist, seine Denkstruktur zu verstehen.
Schritt 7: Fairer, offener Austausch – kein Machtspiel
Viele Unternehmen glauben immer noch, Recruiting sei ein Machtspiel.
Aber gerade im Marketing gilt:
Talente entscheiden sich für Menschen, nicht für Firmen.
Coachende Führung gewinnt.
Arroganz verliert.
Die größten No-Gos im modernen Hiringprozess im Marketing
Diese Dinge killen sofort jede Bewerbung:
- unklare Erwartungen
- unrealistische Gehaltsvorstellungen
- 5-stufige Bewerbungsprozesse
- veraltete Präsenzpflicht
- generische Ausschreibungen
- fehlendes Feedback
- Copy-Paste-Prozesse aus HR-Handbüchern
Wenn ein Unternehmen modern wirken will, muss auch der Prozess modern sein.
Der Hiringprozess im Marketing braucht Mut zur Veränderung
Marketing ist eine der dynamischsten Disziplinen der Wirtschaft – doch viele Hiringprozesse wirken, als kämen sie aus einer anderen Zeit.
Ein moderner Hiringprozess im Marketing muss:
- auf Augenhöhe stattfinden
- Klarheit statt Chaos bieten
- Freiheit statt Kontrolle signalisieren
- flexibel statt starr sein
- Wertschätzung statt Verwaltung ausstrahlen
Unternehmen, die das verstehen, gewinnen die besten Leute –
und die besten Leute bringen das Wachstum.
Wenn du möchtest, unterstütze ich dich bei der Entwicklung eines modernen Hiringprozesses im Marketing oder bei der Erstellung einer attraktiven Stellenanzeige.
Noch Fragen? Oder brauchst du Sparring?
Ich habe in den letzten 15 Jahren zahlreiche Gründer bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Branding- und Marketingstrategie begleitet – von der Seed-Phase bis zum Exit. Wenn du dir Unterstützung wünschst – als Sparringspartner, Coach oder operativer Mitdenker – dann melde dich gern.





