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Internationalisierung im Marketing – wie du dein Marketingsystem erfolgreich global ausrollst
Es gibt Phasen im Startup-Wachstum, in denen man merkt, dass der heimische Markt langsam an seine Grenzen stößt. Die Zahlen stagnieren, die Skalierungsmöglichkeiten werden enger und das Unternehmen hat eigentlich alles getan, was im Inland möglich war. Genau an diesem Punkt entsteht der Wunsch nach einer Internationalisierung im Marketing — oft motiviert von Wachstumshunger, Investorendruck oder echter Produktnachfrage aus dem Ausland.
Ich habe in den vergangenen 15 Jahren mehrere Unternehmen dabei begleitet, ihre Internationalisierung im Marketing aufzubauen — vom ersten Markttest in Österreich bis zu komplexen Launches in Frankreich, den USA oder Osteuropa. Und jedes Mal war der größte Fehler derselbe: Man versucht, das bestehende Marketing einfach auf neue Länder zu kopieren.
Doch Internationalisierung im Marketing ist kein Copy-Paste-Projekt.
Es ist ein Redesign des Systems, angepasst an neue Kulturen, Sprachen, Suchverhalten, Kaufgewohnheiten und Marktlogiken.
Genau deshalb braucht Internationalisierung im Marketing eine klare Struktur — und keine spontane Übersetzung.
Im Folgenden erhältst du einen umfassenden Leitfaden, wie du ein Marketingsystem effizient, fokussiert und datenbasiert international aufbaust, ohne Budget zu verschwenden oder monatelang Märkte „blind“ zu bearbeiten.
Warum Internationalisierung im Marketing eine völlig neue Denkweise erfordert
Viele Startups glauben, dass ein erfolgreiches Marketing im Heimatmarkt automatisch im Ausland funktioniert. Doch das ist selten der Fall, weil Länder völlig unterschiedliche Marketinglogiken haben.
Ein paar harte Fakten (2024):
- Google-Suchverhalten unterscheidet sich massiv zwischen Ländern. In Frankreich werden bis zu 30 % mehr Brand-Keywords gesucht, in Spanien bis zu 40 % mehr generische Keywords (Quelle: SEMrush Global Data 2024).
- Video-Content performt in Südeuropa bis zu 60 % besser, während in DACH textbasierter Content stärker bleibt (HubSpot State of Marketing Report 2024).
- CPCs unterscheiden sich um bis zu 300 % zwischen Ländern (Source: Wordstream Global CPC Index 2024).
- Farben, Symbole und Claims wirken in anderen Kulturen komplett anders (Beispiel: Weiß steht in Japan für Trauer; Rot wird in China mit Glück assoziiert).
Internationalisierung im Marketing bedeutet also nicht:
„Mach alles wie vorher, nur auf Englisch.“
Es bedeutet:
„Baue ein System, das in unterschiedlichen kulturellen, wirtschaftlichen und digital-ökologischen Umgebungen funktioniert.“
Die größte Herausforderung: Produkt, Message und Marke sind nicht automatisch international
Ich habe es mehrfach erlebt: Ein Startup expandiert in ein neues Land, denkt aber nicht darüber nach, ob der eigene Markenname, Claim oder die Positionierung dort überhaupt funktioniert.
Beispiele aus meiner Praxis:
- Ein deutscher Markenname klang in Polen wie ein Schimpfwort.
- Eine Brand-Color war in einem anderen Land der visuelle Code für „Billigdiscounter“.
- Ein Claim, der in Deutschland funktionierte, ergab in Frankreich keinen Sinn.
- Ein Produktversprechen war in Schweden verboten, weil es als Gesundheitsclaim eingestuft wurde.
Deshalb ist bei der Internationalisierung im Marketing ein Schritt essenziell:
Markenrecht & kulturelle Bedeutung prüfen — bevor man Kampagnen schaltet
Das beinhaltet:
- Trademark-Recherche
- EUIPO
- USPTO
- lokale Trademark-Datenbanken
Linguistic Screening
- wie klingt der Markenname in der Zielsprache?
- hat er eine zweite Bedeutung?
- lässt er sich aussprechen?
Cultural Fit Check
- Farbcodes
- Claims
- Symbolik
Bilderwelten
Ohne diesen Schritt riskierst du Peinlichkeiten oder Schlimmeres: markenrechtliche Abmahnungen.
Die Roadmap für Internationalisierung im Marketing (der komplette Prozess)
Diese Roadmap habe ich mehrfach angewandt — sie ist klar, effektiv und budgetfreundlich für Startups.
1. Markt- und Wettbewerbsanalyse (light, aber fundiert)
Bevor du Marketing internationalisierst, brauchst du eine Antwort auf sieben Fragen:
- Wer sind die wichtigsten Wettbewerber im Land?
- Welche Kanäle funktionieren dort wirklich?
- Wie hoch sind CPCs, CPMs und Leadkosten?
- Welche Inhalte funktionieren lokal?
- Welche Zahlungsbereitschaft existiert?
- Welche Kaufbarrieren sind kulturell bedingt?
- Welche Markteintrittsmodelle sind üblich?
Tools für diese Phase:
- SEMrush Market Explorer
- SimilarWeb
- Statista Country Reports
- Google Market Finder
- Meta Ad Library
- LinkedIn Ad Insights
2. Lokale Keywordanalyse und Sprachadaption
Internationalisierung im Marketing ist nicht nur ein Übersetzungsprojekt.
Die Suchintention ist oft komplett anders.
Beispiel aus meiner Arbeit:
- In Deutschland: „Business Coaching online“
- In Spanien: „Coaching personal“ (komplett andere Bedeutung)
- In den USA: „Executive Coaching“ (Premium-Segment)
Darum ist wichtig:
- lokale Keywords
- lokale Suchintention
- lokale Textstruktur
- lokales Wording
SEO ist international nie Copy-Paste.
SEO ist Neuaufbau.
3. Internationale Performance Marketing Strategie
Jetzt wird es ernst: Performance Marketing internationalisieren.
Die wichtigsten Regeln:
A) Mit kleinen Tests starten
10–20 % des ursprünglichen Budgets reichen völlig.
B) Drei Kanäle priorisieren
Je Land unterschiedlich:
- USA → YouTube, Meta
- Frankreich → Google & TikTok
- Benelux → LinkedIn
- Südeuropa → Meta vor Google
C) Lokale Creatives
Starke Unterschiede:
- Südeuropa: emotional & laut
- Nordics: ruhig, datenfokussiert
- USA: bold, benefit-transparent
- DACH: sachlich, konkret
D) Landingpages lokal adaptieren
Beispiel aus meinen Projekten:
Eine LP, die in Deutschland 3,2 % CR hatte, performte in UK nur mit 1,1 %. Erst durch:
- neue Bilder
- andere Argumentation
- humorvolle Sprache
stieg die Conversion auf 3,5 %.
4. Internationalisierung des Content Marketings
Content funktioniert in jedem Land anders.
Was angepasst werden muss:
- Storytelling-Ansatz
- Beispiele im Text
- kulturelle Referenzen
- Humor
- Tonalität
- visuelle Assets
- CTA-Logik
Kanäle variieren ebenfalls:
- Deutschland → Blog + LinkedIn
- Frankreich → TikTok + Video
- Spanien → Instagram + YouTube
- USA → Thought Leadership + Newsletter
- Nordics → SEO + Whitepaper
Internationalisierung im Marketing heißt:
Content nicht übersetzen, sondern neu erfinden.
5. Brand Internationalisierung
Ein Branding, das in Deutschland funktioniert, wirkt im Ausland oft blass, arrogant oder zu technisch.
Die Aufgaben:
- Positionierung anpassen
- Werte sichtbar machen
- Bildsprache lokalisieren
- lokale Markenbotschafter wählen
- Claims kulturell prüfen
- Corporate Design leicht variieren
Viele Startups unterschätzen:
Branding ist kein globaler Copy-Paste-Prozess.
Branding ist eine kulturelle Übersetzungsarbeit.
6. Markteintritt: Soft Launch statt Big Bang
Ich empfehle immer ein dreistufiges Modell:
Phase 1: Silent Testing
- kleine Ads
- kleine Content-Kampagnen
- Landingpages testen
- Pricing testen
Phase 2: Country-MVP
- 1 Kanal dominieren
- 1 Funnel perfektionieren
- 1 Kernbotschaft isolieren
Phase 3: Skalierung
- Full Funnel
- Brand Kampagnen
- Partnerschaften
- PR
- Influencer/Creator
Internationalisierung im Marketing ist kein Sprint, sondern ein Systemtest.
Internationalisierung im Marketing braucht Struktur, Mut und Anpassungsfähigkeit
Eine erfolgreiche Internationalisierung im Marketing basiert nicht auf blindem Skalieren, sondern auf:
- lokaler Analyse
- kulturellem Verständnis
- strategischer Adaption
- datenbasiertem Testing
- und klarem Markenaufbau
Es ist ein Prozess, der Fokus verlangt — aber enorme Chancen bietet.
Wenn du Unterstützung möchtest, begleite ich dich gern beim Aufbau deiner internationalen Marketingstrategie — egal ob Performance, Content oder Brand.
Noch Fragen? Oder brauchst du Sparring?
Ich habe in den letzten 15 Jahren zahlreiche Gründer bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Branding- und Marketingstrategie begleitet – von der Seed-Phase bis zum Exit. Wenn du dir Unterstützung wünschst – als Sparringspartner, Coach oder operativer Mitdenker – dann melde dich gern.





